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Smart Cities und Digitale Dörfer - Zukunftsorientierte Kommunalentwicklung in Rheinland-Pfalz

Smart City – die Stadt der Zukunft?!                                                                               Beitrag von Jana Büssing

Ist Smart City wirklich das Konzept, das unser aller Leben verbessern wird? Der immer häufiger vorkommende Begriff Smart City beschreibt alle Vorhaben im Zusammenhang mit nachhaltigen, innovativen Konzepten auf kommunaler Ebene. Dabei werden insbesondere Vorzeigestädte wie Songdo in Südkorea oder Masdar in den Vereinigten Arabischen Emiraten genannt. Diese wurden komplett als Planstädte auf der Basis smarter Stadtkonzepte aufgebaut. Sie sind mit permanenter Datenverwendung auf Effizienz und Ressourcenschonung ausgerichtet und unter anderem der Verkehr, die Müllentsorgung und der Energieverbrauch der Einwohner*innen dieser Städte wird intelligent gesteuert.

Von diesen modernen, smarten Planstädten scheinen die meisten deutschen Städte noch weit entfernt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die wenigsten Städte komplett aus dem Boden gestampft werden und die intelligenten Ansätze nicht von Anfang an mit eingeplant werden. Wie ist es möglich, dass sich unsere Städte trotzdem hin zu einer Smart City entwickeln, ohne eines Tages von den Vorzeigestädten abgehängt zu werden? Und wie sieht es mit kleineren, ländlichen Kommunen aus?

 

Smart Cities in Rheinland-Pfalz

Um einen Schritt weiter Richtung Smart City zu machen, haben sich in Rheinland-Pfalz 15 Städte zum interkommunalen Netzwerk Digitale Stadt zusammengeschlossen. In diesem tauschen sich unter anderem die Städte Kaiserslautern, Andernach, Speyer, Wörth und Zweibrücken aus und arbeiten in Projekten rund um Digitalisierung zusammen, um von- und miteinander zu lernen. Teil des Netzwerks ist auch die Herzlich digitale Stadt Kaiserslautern, die Modellstadt für Digitalisierung in Rheinland-Pfalz ist. Ihre vielfältigen Projekte reichen von der Digitalisierung von Kitas und Schulen, über smarte Lichtmasten, bis hin zu Streamings von Kulturveranstaltungen und stoßen damit die Entwicklung hin zur intelligenten Stadt an.

 

Entwicklungen in kleinen Kommunen

Was ist mit kleineren Kommunen, die bei der Debatte um Smart Cities ausgeklammert werden? Dabei haben gerade diese den Vorteil, dass sie die typischen Probleme der Großstädte wie überlastete Verkehrssysteme, Verschmutzung, etc. nur in viel geringerem Maße bewältigen müssen und daher digitale Lösungen nicht nur zur Problembekämpfung, sondern in ganz anderen Bereichen genutzt werden können. So bietet das die Möglichkeit die Lebensqualität in den Kommunen in gewünschten Bereichen ganz gezielt zu steigern.

 

Digitale Dörfer

Die Initiative Digitale Dörfer nimmt sich beispielsweise der Herausforderung an, die Digitalisierung auch in kleinen Kommunen voranzutreiben und verfolgt einen Ansatz durch Digitalisierung die Gemeinschaft der Kommune zu stärken. Dabei soll der Fokus darauf liegen, durch eine smarte Plattform das Leben der Menschen angenehmer zu gestalten. Dafür liegt der Schwerpunkt der Initiative auf der Kommunikation, Vernetzung und Kooperation zwischen Bürger*innen und der Kommune. Während der Corona-Pandemie wurden gerade die Angebote der Initiative DorfFunk und DorfNews besonders gut angenommen. Sie fördern sozialen Austausch über digitale Plattformen. Dabei funktioniert die Anwendung DorfFunk als Kommunikationszentrale für Bürger*innen, in der z.B. Austausch zwischen den Bewohner*innen stattfindet und Anregungen an die Kommune gerichtet werden können. Auch die Anwendung DorfNews ist im DorfFunk integriert und es können Informationen und Neuigkeiten aus der Gemeinde abgerufen werden. Damit stellt die Initiative genau das Gegenteil zu dem smarten Megacities dar und zeigt, dass auch auf kleinerer Ebene Entwicklungen vorangetrieben werden können.

 

Ausblick

Insgesamt ist die Bandbreite der Möglichkeiten der Digitalisierung auf kommunaler Ebene - egal ob Digitales Dorf oder Smart City - grenzenlos.

Zu diskutieren bleibt, was die Herausforderungen von Smart Cities sind. Wie sieht es mit Datenschutz aus? Was sind Probleme beim Aufbau einer smarten Infrastruktur?

 

 

Foto: Colourbox.de

Das aus EFRE-Mitteln und Landesmitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW) geförderte Projekt iHack RLP University Start-up Hackathon on Infrastructure bietet  eine spezielle Eventreihe zur Gründungssensibilisierung an, die interessierte und gründungswillige Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen rheinland-pfälzischer Hochschulen zusammenbringt.